Hallo Wulf,
ich verwende meistens nur die Kelvin Krokoklemmen, damit kann man auch wirklich ordentlich messen und hat vor allem die Hände frei.
Weil man mit diesen hochgenauen Messgeräten auch an bis zu 100 Volt anliegenden Gleichspannungen Widerstandsmessungen durchführen kann, findet man auch recht einfach unzulässig hohe Übergangswiderstände (beispielsweise an Schleppkabeln von Heckklappen usw.), man kann damit direkt an der Fassung einer eingeschalteten Rücklichtlampe messen und muss nur den Innenwiderstand der Starterbatterie (beispielsweise 4 MilliOhm) vom angezeigten Messwert subtrahieren. So einen Fehler konnte ich mal in wenigen Minuten exakt lokalisieren, während ein Helfer an mehreren Steckverbindungen vom Kabelbaum wackelte.
Weil die Messfrequenz 1 Kiloherz beträgt, kann man an Spulen naturgemäß nur deren Blindwiderstände messen. Diese sind in jedem Fall deutlich höher als deren Gleichstromwiderstände. Spulen unter einem Ohm Innenwiderstand kann man am genauesten mit beispielsweise 1, 2...5 Ampere Konstantstrom von einem genau anzeigenden Labornetzteil messen und den Spannungsabfall exakt am integrierten Voltmeter ablesen.
https://de.aliexpress.com/item/1005008545835404.html?
Selbstverständlich muss man dann zum errechnen des Innenwiderstandes, auch das ohmsche Gesetz anwenden. Es ist auch phantastisch wie wenig solche guten Labor-Schaltnetzteile mittlerweile nur noch kosten. Für mein erstes Eigenbau 0-30V 5A Doppel-Labornetzteil von 1982 mit großzügigem Ringkerntrafo, musste ich noch Materialkosten von deutlich über 1000 Schilling (damals ca. 150 DM) investieren.
Es werden auch andere gute MilliOhmmeter mit besserem Display, zu günstigen Konditionen angeboten.
https://de.aliexpress.com/item/1005007138575740.html
Das haben auch schon mehrere KFZ-Schrauber auf meine Empfehlung gekauft und erlebten damit bisher unbekannte Diagnose-Möglichkeiten an Kabelbäumen. Beispielsweise hatte ein Skoda Schrauber ein vermeintliches Problem mit dem Anlasser, weil er öfter ganz normal und andere male nur sehr langsam durchdrehte. Weil der Austauch vom Anlasser keine Besserung brachte, fragte er mich um technischen Rat und ich empfahl ihm ein MilliOhmmeter zur Fehlersuche. Der Fehler war ein sich thermisch ändernder Übergangswiderstand an der Pluspol-Batterieklemme mit gekrimmptem Kabel zum Anlasser, er presste diese schlecht leitende Verbindung anschließend in einem Schraubstock nach und der Fehler war endgültig behoben. Anders hätte man diesen gemeinen Fehler auch finden können, wenn man die Batterieklemme während dem Startvorgang auf qualmen oder Temperaturanstieg beobachtet, aber damit hat er wohl gar nicht gerechnet.